Objektive in der Hochzeitsfotografie

Objektive

Kürzere und die Längere Brennweiten

Kürzere Brennweiten

Das leidige Thema Objektive. Nicht die Kamera alleine ist entscheidend, sondern die Optik. Dass gute Objektive meist dem Preis einer neuen Kamera entsprechen, tut weh. Genau deshalb muss gut geplant sein, welches Objektiv einziehen wird. Wo habt ihr Defizite, was ist unverzichtbar, was könnt ihr später noch dazukaufen. Da ihr euch sicher nicht ausschließlich Objektive mit 2.8er Lichtstärke kaufen könnt, solltet ihr schauen, wo ihr ein wenig Geld einsparen könnt, um euch alle wirklich nötigen Objektive kaufen zu können.

Neulich habe ich beispielsweise in einem guten Fotografiebuch über Hochzeiten gelesen, dass ein Fotograf eine ganze Hochzeit mit einem 50-mm-Objektiv fotografiert hat. Von Nikon liegt dieses Objektiv bei ca. 400 Euro, wenn ihr es mit Blende 1.4 haben möchtet. Im DX-Format habt ihr dabei sogar eine 85mm, nur verliert ihr dann natürlich wieder Megapixel. Ich fotografiere auch nicht gerne im DX-Format mit einer Vollformat-Kamera. Aber das ist vielleicht auch Geschmackssache.

Kürzere Brennweiten ermöglichen es, einen ganzen Ort des Geschehens einzufangen.

Ein Fisheye-Objektiv. Spielerei oder unabdingbar für die Kreativität eines Fotografen?

Längere Brennweiten

Generell solltet ihr also schauen, dass ihr - egal, ob Voll- oder DX-Format, mindestens ein Objektiv habt, das eine kleine Brennweite abdeckt. 50mm wären super, 24mm besser. So seid ihr immer auf der sicheren Seite. Welches es da sein wird und ob Zoom oder Festbrennweite, das entscheidet euer Geldbeutel.

Berücksichtigt dabei z.B. die folgende Aufgabe: 120 Gäste vor einer Kirche/Standesamt mit wenig Platz "nach hinten", um Fläche zu gewinnen. Da ihr sie nicht aufeinanderstapeln könnt, kann es eng werden! Zur Not: Leiht euch anfangs ein Objektiv, lieber zu viel mitnehmen, als zu wenig. Je mehr ihr abdecken könnt, desto einfacher wird es für euch und desto weniger Stress wirkt auf euch. Dann ist es natürlich schön, wenn ihr ein Tele-Zoom-Objektiv habt, das euch "mehr" ermöglicht. Gerade,

  • 1) wenn ihr Schnappschüsse von den Gästen machen möchtet, ohne dass man euch dabei "bemerkt",
  • 2) wenn ihr im Standesamt oder in der Kirche weiter vom Paar wegstehen müsst/könnt,
  • 3) wenn ihr möglichst flexibel Paarfotos bei der Reportage machen möchtet, wie z.B. Fotos in Bewegung (Paar kommt auf euch zu etc.) und euch eine Festbrennweite zu sehr einschränken würde.

Auch so werdet ihr immer wieder Gelegenheiten finden, wo euch ein schönes Teleobjektiv weiterhelfen wird. Ich liebe mein 70-200mm und ich will es nicht mehr missen. Hier gehen natürlich die Meinungen, was die Qualität angeht, auch auseinander, da viele Fotografen auf Festbrennweiten schwören, ich persönlich mich dadurch nicht einschränken lassen möchte - und man ist immer eingeschränkt mit einer Festbrennweite! Und bei einer Hochzeit möchte ich möglichst flexibel sein. Was sich vor euch abspielt, ist nicht planbar, nicht im Detail vorhersehbar, nicht zu wiederholen.

Also schränkt euch gerade am Anfang nicht zu sehr mit Festbrennweiten ein. Wenn ihr später Erfahrung gesammelt habt und sichergehen könnt, dass euch das ein oder andere Objektiv auch 100% abdeckt bei eurer Arbeit, dann ist das eine andere Sache. Anfangs würde ich immer auf Nummer sicher gehen.

Hauptgrund (für mich!) für ein Teleobjektiv: Ihr könnt außerhalb vom Geschehen arbeiten. Das ermöglicht es euch, diskret zu arbeiten und manchmal unbemerkt schöne Schnappschüsse zu erhaschen.

Hauptgrund (für mich!) für ein Zoom im Gegensatz zur Festbrennweite: Ihr müsst euch nicht so viel bewegen. Gerade bei der Trauung gilt es, %unsichtbar% zu arbeiten. Ihr solltet nicht zu viel hin- und herlaufen müssen! Mit dem richtigen Zoom-Objektiv könnt ihr mobil sein, ohne eure Füße zu bewegen.

Allerdings möchte ich meine Meinung hier nicht alleine gelten lassen. Andere Fotografen geben oft die Empfehlung, beim ersten Equipment lieber - zugunsten der Lichtstärke - auf die im Vergleich zum lichtstarken Zoom-Objektiv günstigeren Festbrennweiten auszuweichen. Das ist meines Erachtens Geschmackssache. Dafür sollte jeder einmal vorher getestet haben, wie gut er mit einer Festbrennweite arbeiten kann und wie oft er ggf. bei einer Hochzeit das Objektiv wechseln muss.

Hier gehören aus meiner Sicht eine Menge Erfahrung dazu, denn ein Neuling wird nicht immer wissen, welche Festbrennweite er wirklich in welcher Situation nutzen muss. Aber das ist Geschmackssache und ich denke, dass dieser Punkt hier nicht unerwähnt bleiben sollte. Wenn jemand auf Festbrennweiten schwört und geübt ist, dann ist dies vielleicht die für ihn bessere Wahl. Für mich war das nie eine Alternative, die Gründe hierfür habe ich auch bereits aufgeführt.

Sollte das Geld nicht ausreichen, dann schaut nach guten Alternativ-Objektiven z.B. von den Firmen Sigma oder Tamron. Es muss nicht direkt ein teures Nikon oder Canon sein. Die Preisunterschiede hier sind teilweise erheblich und sollten abgewogen werden. Qualität hin oder her. Natürlich tut es weh, wenn man sich anfangs ein Sigma aus Kostengründen kauft und es später wieder gegen ein Nikon- oder Canon-Objektiv austauscht. Dennoch lohnt sich auch das Lesen von Testberichten, denn das ein oder andere Objektiv von einem Drittanbieter schneidet auch schon mal besser ab als das Original.

Dennoch sind diese Objektive gut und werden euch anfangs einen guten Nutzen bringen oder sogar dauerhaft Euer Liebling sein. Schaut außerdem nach gebrauchten Objektiven. Auch hier kann man viel Geld sparen und sich direkt ein paar Schätze für kleines Geld anschaffen. Natürlich ist das immer mit einem Restrisiko verbunden, aber manchmal muss man auch ein wenig Glück haben. Mit der Zeit könnt ihr euren Objektiv-Bestand erweitern. Anfangs muss man vielleicht für den Geldbeutel ein paar Kompromisse eingehen.

Je mehr Geld euch zur Verfügung steht, desto eher könnt ihr auf Lichtstärke und Markenobjektive gehen. Hier streiten sich im Übrigen die Geister. Manche schwören auf ihre Tamron oder Sigma Objektive, andere Fotografen fotografieren fast ausschließlich mit den Objektiven ihrer Kamera-Hersteller.