Dauer der Hochzeit-Reportage

Dauer der Hochzeit-Reportage

Wie lange möchte das Paar an diesem Tag begleitet werden? Bei mir ist diese Option "offen". Das heißt, das Brautpaar hat die Möglichkeit, dies auch am Tag selbst noch zu entscheiden und ggf. zu verkürzen oder zu verlängern.

Die Erfahrung erlaubt es mir jedoch schon, eine Empfehlung abzugeben, wenn ich weiß, welche Bilder gemacht werden sollen. Möchte das Brautpaar beispielsweise eine standesamtliche Trauung (in der Regel viel kürzer als eine kirchliche Trauung) begleitet haben, im Anschluss noch ein paar Gästefotos sowie Paar-Porträts, so kommt es mit einer Begleitung von 1-2 Stunden aus.

Sollen aber auch Vorbereitungen oder anschließende Feierlichkeiten fotografiert werden, ist man recht schnell bei einer Reportagezeit von vier Stunden oder mehr.

Für eine kirchliche Trauung solltest du immer 45-60 Minuten einplanen. Diese Zeit kann in einigen seltenen Fällen sogar überschritten werden, beispielsweise wenn Hochzeit und Taufe in einer Zeremonie erfolgen. Manchmal wird auch noch die Firmung bei einem Ehegatten "nachgeholt", die Zeit in Anspruch nimmt und auch das Abendmahl dauert eine gute Viertelstunde.

Für eine standesamtliche Trauung würde ich maximal eine halbe Stunde kalkulieren. Leider wird das Geschehen in vielen Standesämtern inzwischen in Rekordzeit von 15 Minuten abgehandelt.

Freie Trauungen können gut und gerne auch schon mal 45-60 Minuten dauern. Wenn das Paar bereits ein Vorgespräch mit dem Pfarrer oder Theologen hatte, so wird es dir darüber vielleicht schon Auskunft geben können. Frag einfach danach! Wenn du zukünftig öfter Hochzeiten begleitest, so wirst du nach und nach die Standesämter in deinem Umkreis kennen und dem Paar sogar etwas über die jeweiligen Trauungen berichten können.

Für die Berechnung der Paar-Fotografien kommt es auf verschiedene Gegebenheiten an. Wo werden die Aufnahmen gemacht, muss ggf. ein Fahrtweg zu einer weiter entfernten Location einkalkuliert werden, wie hoch ist der Stellenwert der Paar-Fotos, d.h. reichen unter Umständen ein paar schöne Bilder oder liegt hier der Schwerpunkt der Reportage?

Ich empfehle immer, eine einstündige Reportage einzuplanen, damit es keinen Stress im Zeitplan gibt, aber ich dehne sie auch gerne auf zwei Stunden aus, wenn das Paar diese Fotos als das wichtigste Ereignis des Tages ansieht. Dann wäre sogar ein Locationwechsel denkbar, damit sie nicht immer den gleichen Bilderstil haben. Manchmal besichtige ich die Locations sogar vorher, falls das Paar dies wünscht.

Generell solltest du niemals zu fest im Vorhinein planen, wie du die Bilder genau gestalten wirst. Dabei kommt es auf so viele Dinge an, die du unmöglich im Vorhinein abschätzen kannst: Wie ist das Wetter? Wo steht die Sonne, falls es ein schöner Tag ist? Wie ist die Laune des Paares an diesem Tag und wie lange möchten sie fotografiert werden?

Darüber mache ich mir erst Gedanken, wenn wir an der Location ankommen. Dann gehe ich mit dem Fotografen-Blick auf Reise und suche mir die Stellen aus, an denen ich gerne fotografieren möchte.

Bitte denke immer daran, dass die Gäste während der Paar-Reportage auf sich allein gestellt sind, sofern die Fotos nicht schon vor der Trauung gemacht wurden. Auch dies sollte das Paar berücksichtigen, denn die Gäste müssen in dieser Zeit irgendwie mit Leckereien oder sinnvollem Geschehen vor Ort beschäftigt werden. Darauf solltest du noch einmal hinweisen. Manchmal machen sich die Brautpaare im Vorfeld darüber keine Gedanken und "verschwinden" einfach. Da können sich die Gäste schon mal überflüssig vorkommen oder langweilen.

Mir berichten viele Hochzeitspaare von dieser Erfahrung als Gast auf anderen Hochzeiten und möchten aus diesem Grund die Paar-Reportage möglichst kurz gestalten. Ich würde das auch nie "übertreiben" und das Paar drei Stunden entführen, aber wenn die Gäste versorgt sind, dann darf man sich ruhig etwas Zeit lassen!

Auch solltest du dem Paar bei der Erstberatung empfehlen, die Hochzeit nicht zu eng zu takten. Oftmals gibt es eine große Liste mit einem detaillierten Zeitplan, der natürlich eingehalten werden muss. Hier sollte das Paar lieber großzügig planen.

Denk daran: Dauert die Trauung länger, braucht die Kutsche mehr Zeit für die Fahrt zur Location oder sind unerwartet viele Glückwünsche und Überraschungen auf das Programm gerufen worden, wird meist an der Foto-Reportage gespart. Nicht immer besteht die Möglichkeit, kurzfristig das Abendessen zu verschieben oder Ähnliches, dann musst du in kürzerer Zeit deine Fotos schießen!

Daher lieber etwas Luft lassen. Das ist das Wichtigste, was ich bei meiner Arbeit gelernt habe. Zu eng angelegte Zeitfenster verursachen viel Stress und Zeitnot bei einer Hochzeit. Und wie schon zuvor erwähnt: Stress muss vom Brautpaar ferngehalten werden und auch von dir als Fotograf. Ein gestresster Fotograf kann sich nicht kreativ entfalten. Bei einem guten Zeitpolster gibt es dann auch immer die Möglichkeit, wenn es einen Regenschauer gibt, die Fotos noch ein wenig zu verschieben.